Es wird Ihnen alles zu viel?… Perspektivwechsel: Wovon gibt es zu wenig?

Wenn die Kindheit belastet war, ist der Nachhall meist bis weit in das Erwachsenenalter spürbar, manchmal sogar das ganze Leben lang. Weniger dann in konkreten Erinnerungen, die quälten, sondern vielmehr in einer grundlegenden Befindlichkeit, in diffusen Stimmungsanwandlungen oder auch in einem sich abgeschnitten Fühlen, das sich in Leere-Attacken, in unverbunden und lustlos Sein, in Müdigkeits- und Sinnlosigkeitsgefühlen zeigen kann – und vor allem in einem Dauerüberlastungsgefühl.  Wenn alles als Zuviel erlebt wird, kann eine Hilfe sein, an diesem Zuviel anzusetzen; meistens wird jedoch von Betroffenen beschrieben, dass an der Menge und Qualität der Belastung wenig zu ändern sei (gerade Kinder schwieriger Eltern sind ja geübte und bewährte Lastenträger, da sie dies allzu früh erlernen mussten). Als hilfreich erweist sich dann oftmals ein Perspektivwechsel, wie er in der Integrativen Therapie und gestalttherapeutischer Arbeit häufig angewendet wird. Dann ist dem Problem aus einem anderen Blickwinkel nachzugehen: Was im Leben ist zu wenig oder wovon gibt es zu wenig? Nun treten andere, oft überraschende Aspekte in den Vordergrund…es ist möglich, dem Kern der Problematik so näher zu kommen. „Liebe und Wertschätzung fehlt!“, sagt Frau K. etwa leise, nach einiger Zeit des stummen Sinnens

Machen Sie doch selbst den Test und stellen Sie sich diese Frage: Was ist in meinem Leben zu wenig oder was kommt zu kurz? Versuchen Sie eine Antwort möglichst erst dann, nachdem Sie einige Minuten achtsames Atmen/Körperachtsamkeit oder achtsames Gehen praktiziert haben. Dann fällt die Antwort meist anders aus, dann darf sie aus der Tiefe aufsteigen statt nur dem gewohnten Gedankengang zu folgen: Weil wir so verschaltet sind, dass wir im Alltag  funktionieren müssen, melden sich als erstes nur gewohnte Musterverschaltungen. Antworten aus unserer Tiefe (manche nennen es auch Unterbewusstes oder innere Stimme etc.) brauchen Raum und Zeit… und einen Zugang, den wir über den Atem ( als eine Möglichkeit) legen können.

Und auch kreative Arbeit ( weitere kreative Coachungs und Selbsterfahrungsübungen auf dieser Seite) mit Vorstellungen und Imaginationen kann neue Antworten liefern…Probieren Sie auf den ersten Blick vielleicht verrückt oder ungewöhnlich Erscheinendes: lassen Sie doch einmal den Baum vor Ihrem Fenster erzählen, was in Ihrem Leben zu wenig ist…oder geben Sie Ihrem Haustier eine Stimme, es kennt sie wahrscheinlich sehr gut….

Der erste Schritt zur Veränderung, und das klingt beinahe paradox, ist Wahrnehmen und Annehmen, was ist: Hinschauen, sich trauen, nicht mehr im Gestern und noch nicht im Morgen leben…dem Mangel Raum geben, und danach auch der Fülle, damit sie Gehör finden und sich wandeln.

Eine gute Woche wünscht

Ihre

Waltraut Barnowski-Geiser

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