Stoppe die Selbstabwertung

Sich selbst abzuwerten, ist Menschen mit Kindheitsbelastungen seltsam vertraut. Dies lässt sich entwicklungspsychologisch nachvollziehen: wer von klein an mit schwierigen Belastungen, etwa mit psychisch oder suchterkrankten Eltern aufwächst, bezieht das Verhalten der Erkrankten oftmals auf sich. Verhalten die ihn Umgebenden sich über lange Zeit „krankhaft“, so glaubt das Kind, das sich in der Phase des Egozentrismus befindet, für dieses Verhalten verantwortlich zu sein. Erfährt es in dieser Phase keine angemessene Auflösung (hält etwa das süchtige und für das Kind wenig befriedigende Verhalten der Eltern über lange Zeit an) , so kann dies  zum lebensbegleitenden Thema werden. Irgendwann ist die eigene Abwertung und sich für alles Negative verantwortlich Fühlen so vertraut, dass es Betroffenen gleichsam zur zweiten Haut wird. Oft zieht Selbstabwertung ungesunde Selbstausbeutung nach sich. Ein Um-und Neulernen wird nötig.

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2 Kommentare zu „Stoppe die Selbstabwertung

  1. Danke, DANKE, danke !!!

    genau mein Thema, um dass es sich, seit ich denken kann, bei mir dreht.

    ich hoffe sooo sehr, dass dieser „fehlende“ selbstwert nicht irreparabel beschädigt wurde. meinen sie denn, es ist möglich, ein Fundament und tief verankerte Wurzeln, ein sicheres Selbstbild/ eine Selbtsicherheit, sich in sich selbst geborgen und wertvoll fühlen.. -meinen sie dass all dies nachholbar ist ???

    ich möchte mich endlich SICHER und GEBORGEN fühlen. den Minderwertigkeitskomplex hinter mir lassen. meine negativen Glaubenssätze einfach aufgeben und alle Trauer über Board werfen… ich möchte mich endlich von meiner Vergangenheit lösen, sie ganz einfach hinter mir lassen, möchte all den schmerz und die un-sicherheit LOS_LASSEN… einfach frei lassen, damit „es“ gehen kann, ohne mich weiter zu beeinträchtigen und zu verunsichern….

    kaum einer versteht wirklich, warum ich heute immer noch so traurig, extrem wütend und unsicher bin. ich versteh es manchmal selbst nicht. weil ich leide ja sehr darunter, es macht mich sehr viel kleiner, als ich sein könnte/als ich es gerne wäre.. und trotz des verzweifelten bemühens durch emphatie und reflektieren, nachzuvollziehen, zu verstehen, zu vergeben und diese Verhaltensmuster auf zu geben.. so sind sie dennoch IMMER NOCH DA ?!

    auch habe ich noch nicht so recht ergriffen, was „VERGEBUNG“ wirklich bedeutet… ja, ich kann das wort erklären und „denke“ zu wissen, wie es sich danach anfühlen sollte und mir ist bewusst, was alles daran hängt, ob man es tut oder eben nicht… aber „WIE DAS GEHT“ das kionnte mir noch keiner so richtig gut erklären. so dass ich es verstehen und umsetzen konnte….
    dadurch dass ich bis heute „nicht wirklich“ vergeben konnte, ist es so, wie wenn ich täglich gift trinken würde, in der Hoffnung, meinem Gegenüber würde es weh tun bzw. ihm irgendetwas bewusst machen……

    H I L F E … !!!

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    1. Liebe Zeitlose,
      ich danke Ihnen für den Mut, zu schreiben, Ihre wertschätzende Rückmeldung und freue mich, wenn Sie sich durch den Beitrag verstanden fühlen.
      Zu Ihren wichtigen Fragen: ich bin sicher, dass die Antworten und Lösungen in Ihnen bereit liegen, aber vielleicht kann ich ein wenig erhellen…
      „kaum einer versteht wirklich, warum ich heute immer noch so traurig, extrem wütend und unsicher bin. ich versteh es manchmal selbst nicht“ – das kann ich mir gut vorstellen. An dieser Stelle hilft vielleicht, die Neurowissenschaft zu Hilfe zu nehmen: Gehirne bilden sich nutzungsabhängig, d.h., wenn Sie von Kindesbeinen viel Trauriges, wütend Machendes und Verunsicherndes erlebt haben, dann bilden sich diese Hirnspuren bei ständiger Wiederholung zu breiten Hirnautobahnen aus. Auf diesen Autobahnen „fahren“ wir dann auch als Erwachsene noch, auch wenn es vielleicht keinen äußeren Grund mehr dazu gibt. Dann verstehen wir uns selber nicht… Wir brauchen systematisch neue Erfahrungen, müssen uns, um das Bild weiteraufzugreifen, neue Wege „erfahren“, um auf neue Bahnen zu kommen.
      „Wie geht das?“, fragen Sie zurecht, Gott sei Dank weiter nach Veränderung dieser schwierigen Erlebensqualität suchend… und ich glaube , dass „Vergeben“, das Sie zweifelnd ins Spiel bringen, dabei allenfalls ein Endpunkt, aber nicht „der“ Anfang sein kann: Das geht , wenn wir versuchen es einfach darzustellen, durch radikale Annahme: dass Sie sich so fühlen, wie sie sich fühlen und so sind, wie Sie jetzt gerade sind,
      durch sich Mit-Teilen, (zumindest einem wertschätzenden Anderen)
      durch Achtsamkeit für positive Erfahrungen und
      durch das konsequente Training, nicht mehr auf die alte Autobahn der Selbstabwertung aufzufahren – ist es doch passiert, wissen, dass wir auf eine neue Spur kommen können. All das müssen Menschen mit Kindheitsbelastungen wie ein Hochleistungssportler üben. Das ist eine große Aufgabe, die nicht mal eben zu erldigen ist: Ihre Ausdauer und Ihre Kreativität sind gefragt für Ihr wichtigstes Projekt: „Ich“ – (schon Ihr Name und Ihre Zeilen zeigen Ihre Affinität zu Kreativem und eine Hartnäckigkeit am Ball zu bleiben, finde ich).
      Eine Hilfe kann dabei auch das AWOKADO-7-Schritte-Programm sein, das ich auf diesen Seiten schon vorgestellt habe. Haben Sie zusätzlich schwere Traumata erfahren, also sehr große nachhaltige Wunden, können diesbezüglich erfahrene Therapeuten eine wichtige Unterstützung sein – aber vielleicht sind Sie da schon unterwegs.

      Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein wenig weiterhelfen: geben Sie die Hoffnung nicht auf, bitte! Der Glaube an Ihre Veränderungsmöglichkeit ist die Basis.
      Ihre
      Waltraut Barnowski-Geiser

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